Die Zahl auf der Waage erzählt nur die halbe Geschichte. Wer nur auf sein Körpergewicht fixiert ist, übersieht die entscheidende Frage: Was steckt in meinem Körper? Wie viel Muskelmasse? Wie viel Fett? Und wo sitzt dieses Fett überhaupt? Körperzusammensetzung heisst das Zauberwort – sie sagt uns, wie es wirklich um unsere Gesundheit steht.
Gewicht ist nicht gleich Gesundheit
Seit viel zu langer Zeit nimmt eine nichtssagende Zahl auf der Waage zu viel Raum in Gesundheitsdebatten (und in unseren Köpfen) ein. Die Fokussierung auf das reine Körpergewicht und dem daraus resultierenden BMI (Body Mass Index) bringt nichts. Was wirklich zählt, steckt IM Körper: Die Qualität unserer Körperzusammensetzung entscheidet über Gesundheit und Zufriedenheit, über unsere Leistungsfähigkeit im Alltag und letztendlich über unsere Lebenserwartung.
Was der BMI verschweigt
Ein Beispiel: Paul ist 1,75 Meter gross und wiegt 85 Kilo. Auch Peter ist 1,75 Meter gross und wiegt 85 Kilo. Das heisst für die beiden: Sie haben einen BMI von 28 und gelten damit als ‘übergewichtig’.
Was der BMI dabei aber nicht berücksichtigt: Paul ist muskulös, trainiert regelmässig, fühlt sich fit. Peter hingegen bewegt sich wenig, kämpft mit Müdigkeit und hat einen hohen Körperfettanteil. Während der eine also kerngesund ist, trägt der andere ein erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes in sich.
Die fiktive Geschichte von Paul und Peter zeigt: Das Gewicht alleine sagt nichts aus über die tatsächliche Zusammensetzung des Körpers und schon gar nichts über den aktuellen Gesundheitszustand!
- Der BMI berechnet lediglich das Verhältnis von Gewicht zu Körpergrösse
- Die Körperzusammensetzung gibt Aufschluss über die tatsächliche
Verteilung von Muskelmasse, Fettmasse, Knochenmasse und Wasser
Erst diese detaillierte Analyse zeigt, wie es wirklich um unsere Gesundheit steht.
«Eine aktuelle Studie aus den USA zeigte: Fast 75 Millionen Erwachsene werden allein aufgrund ihres BMI falsch eingestuft. 29% der als ‘adipös‘ klassifizierten Personen waren metabolisch gesund, während viele im ‘Normalgewicht‘ metabolisch ungesund waren (1). Entscheidend ist nicht die Zahl auf der Waage, sondern die Verteilung von Fett- und Muskelmasse und wo das Fett gespeichert ist.»
BIA-Messung statt Badezimmerwaage
Wie und wer aber zeigt mir meine Körperzusammensetzung? Es ist einfacher, als gedacht: Die Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA) macht Körperzusammensetzung messbar. Das Prinzip: Schwache elektrische Impulse werden durch den Körper geleitet. Muskeln, Fett und Wasser leiten diese Impulse unterschiedlich gut – daraus lässt sich die Zusammensetzung berechnen.
Moderne BIA-Geräte erfassen Fett- und Muskelmasse, spüren viszerales Fett auf und zeigen sogar, wie sich Muskulatur und Fett auf verschiedene Körperregionen verteilen. Diese Informationen machen Fortschritte bei Lebensstilveränderungen sichtbar, die auf einer normalen Waage nicht erkennbar wären: Denn wer Muskeln aufbaut und Fett verliert, kann gleich schwer bleiben oder sogar zunehmen (Muskeln sind schwerer als Fett) – ist aber deutlich gesünder und fitter geworden.

Reden wir über Fett
Gutes Fett, böses Fett: Fett ist nicht per se schlecht. Subkutanes Fett direkt unter der Haut speichert Energie, schützt vor Kälte und ist metabolisch relativ harmlos. Gefährlich wird es beim viszeralen Fett. Dieses umgibt im Bauchraum die inneren Organe. Es produziert entzündungsfördernde Hormone und Botenstoffe. Die Folge: Insulinresistenz, Bluthochdruck, chronische Entzündungen – also eine latente Gefahr, selbst bei Menschen mit normalem Gewicht. Die gute Nachricht: Das viszerale Fett reagiert besonders gut auf Lebensstilveränderungen.

Muskeln: Eine Investition fürs Leben!
Muskeln sind weit mehr als Ästhetik oder Kraft. Sie sind metabolische Kraftwerke, die auch im Ruhezustand deutlich mehr Kalorien verbrennen als Fettgewebe. Mehr Muskelmasse bedeutet einen höheren Grundumsatz – und das macht es leichter, ein gesundes Körpergewicht zu halten.
Aber Muskeln leisten noch mehr: Sie sind wichtige Glukosespeicher und spielen eine zentrale Rolle bei der Blutzuckerregulation. Höhere Muskelmasse = bessere Insulinsensitivität und niedrigeres Diabetesrisiko.
Und dann ist da noch das Alter: Ab 50 schrumpfen die Muskeln um satte 1 bis 2 Prozent – pro Jahr. Wer frühzeitig Muskelmasse aufbaut, legt sich eine Reserve an, die später den Unterschied zwischen Autonomie und Pflegebedürftigkeit ausmachen kann.
Messbare Veränderung ist der beste Motivator
Eine regelmässige BIA-Analyse schafft also Klarheit und ermöglicht Schritt für Schritt nachhaltige Veränderungen. Wer sieht, wie sich Muskelmasse entwickelt und viszerales Fett schwindet, bleibt motiviert, selbst wenn sich die Zahl auf der Waage zunächst kaum bewegt.
Die gute Nachricht: Körperzusammensetzung lässt sich in jedem Alter positiv beeinflussen. Im Grunde braucht es drei Dinge:
- Krafttraining, um den Muskeln einen Wachstumsreiz zu geben
- die richtigen Nährstoffe als Baustoff
- ausreichend Schlaf für die Regeneration
Veränderung der Körperzusammensetzung einer Klientin 50+ während 8 Monaten

Wir zeigen dir dein Potenzial
Cleveress ist mehr als Ernährungsberatung: Mit einer BIA-Messung zeigen wir dir nicht nur, wo du heute stehst, sondern auch, welches Potenzial in dir steckt. In Kombination mit einer fundierten Ernährungsberatung massschneidern wir dir einen Plan: Wie viel und welche Art von Training macht Sinn? Wie soll deine Ernährung aussehen, um Muskeln aufzubauen und Fett zu verlieren?
Der erste Schritt zu mehr Gesundheit: Einfach das Kontaktformular für eine unverbindliche Kontaktaufnahme ausfüllen. Es ist nie zu spät, gesünder zu werden!
Quellen
- Tomiyama AJ, Hunger JM, Nguyen-Cuu J, Wells C. Misclassification of cardiometabolic health when using body mass index categories in NHANES 2005-2012. Int J Obes. 2016;40(5):883-6.
- Nazare JA, Smith J, Borel AL, et al. Visceral Adiposity and the Risk of Metabolic Syndrome Across Body Mass Index: The MESA Study. JACC Cardiovasc Imaging. 2014;7(12):1221-35.
- Kim Y, Park HS. Strengths and Limitations of BMI in the Diagnosis of Obesity: What is the Path Forward? Curr Obes Rep. 2024 Aug;13:584–95.
- Castro-Barquero S, Casas R, Rimm EB, et al. Loss of Visceral Fat is Associated with a Reduction in Inflammatory Status in Patients with Metabolic Syndrome. Mol Nutr Food Res. 2023;67(4):e2200264.
- Hassan MN, Awad EM, Abdel-Daim TM, et al. Association between basal metabolic rate and body composition analysis using bioelectrical impedance in overweight and obese individuals. International Journal of Advanced Research. 2025;7(8):37.
- Cruz-Jentoft AJ, Bahat G, Bauer J, et al. Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis. Age Ageing. 2019;48(1):16-31.
- Son JW, Lee SS, Kim SR, et al. Low muscle mass and risk of type 2 diabetes in middle-aged and older adults: findings from the KoGES. Diabetologia. 2017;60:865–72.